The Witch (2015) – Beunruhigender Horror aus alter Zeit | Metascore 86

„The Witch“ spielt im Neuengland des 17. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte einer puritanischen Familie, die nach einem Glaubenskonflikt ihre Siedlung verlassen muss. Abgeschieden im Wald beginnt ihr Albtraum: Das neugeborene Baby verschwindet mysteriös, die Ernte verdirbt, und die Kinder berichten von einer bösen Präsenz im Wald. Ist es wirklich eine Hexe – oder zerfällt die Familie an Angst und Aberglaube?

Was den Film so besonders macht:

  1. Dichte Atmosphäre: Von der ersten Minute an spürst du die Bedrohung. Düsterer Wald, karge Hütten, flackerndes Kerzenlicht – alles fühlt sich authentisch und beklemmend an.
  2. Historische Genauigkeit: Der Film verwendet alte englische Sprache („Thou“, „Thy“), zeigt den strengen Puritanerglauben und die Ängste der Zeit. Kein modernisierter Horror, sondern ein Zeitdokument.
  3. Unheimliche Spannung statt Jump-Scares: Regisseur Robert Eggers setzt auf psychologischen Druck: verdorbene Milch, flüsternde Bäume, misstrauische Blicke. Das Grauen entsteht im Kopf.
  4. Anya Taylor-Joy als strahlender Punkt: Als Teenager Thomasin kämpft sie zwischen Unschuld und Verdacht. Ihre Verzweiflung, als die Familie sie beschuldigt, ist spürbar.

Was nicht allen gefällt:

  • Langsames Tempo: Der Film braucht Geduld. Wer Action oder schnelle Schocks sucht, wird enttäuscht.
  • Schwere Sprache: Das alte Englisch erfordert Konzentration (Untertitel helfen).
  • Mehrdeutiges Ende: Nicht alles wird aufgelöst – manche finden das unbefriedigend.

Warum gefiel er mir?

„The Witch“ ist kein Mainstream-Horror. Er zeigt, wie religiöser Fanatismus und Isolation eine Familie zerstören. Die Bilder brennen sich ein: die Hexe im Mondlicht, das verschwundene Baby, der redende schwarze Ziegenbock. Kein Film in den letzten Jahren hat historischen Horror so intensiv umgesetzt.

Fazit: Ein Film wie ein düsteres Gemälde – kunstvoll, beklemmend und voller Symbolik. Wer Horror mit Tiefe und historischem Realismus mag, wird belohnt. Wer einfache Unterhaltung sucht, sollte vorsichtig sein.

Klare Empfehlung meinerseits!