The Raid 2 (2014) – Ein brutales Ballet aus Fäusten und Klingen | Metascore 71

The Raid 2 setzt dort an, wo der erste Teil endete: Mit noch mehr Action, noch komplexeren Kämpfen und einem gnadenlosen Blick in das kriminelle Unterwelt-Jakartas. Regisseur Gareth Evans schafft einen Martial-Arts-Film, der Genre-Grenzen sprengt – durch choreografische Meisterleistungen und eine erbarmungslose Intensität.

Handlung kurz erklärt

Polizist Rama (Iko Uwais) taucht nach den Ereignissen des ersten Films untercover in die Unterwelt ein. Um die Korruption in der Polizei aufzudecken, lässt er sich im Gefängnis einsperren und gewinnt das Vertrauen von Uco (Arifin Putra), dem Sohn des Mafiapaten Bangun. Nach seiner Entlassung steigt Rama in Banguns Organisation auf – während rivalisierende Gangs einen Krieg anzetteln. Als Uco gegen seinen Vater putscht, eskaliert die Gewalt: Rama muss sich durch Dutzende Killer kämpfen, darunter den hammer-schwingenden „Baseball Bat Man“ und die mörderische Schwesternkombi „Hammer Girl“ und „Claw Fist“.

Was den Film besonders macht

  1. Action als Kunstform:
    Jeder Kampf ist ein minutiös choreografiertes Ballett:
    • Schlammgefängnisschlacht: Hunderte Häftlinge prügeln sich im Regen – Kamerafahrten fangen das Chaos wie ein Gewitter ein.
    • Küchenduell: Rama gegen den Messer-Spezialisten „The Assassin“ – ein atemloses Wechselspiel aus Schneidebrett-Klingen und tödlichen Tritten.
    • Auto-Verfolgungsjagd: Ein Kampf in fahrenden Wagen, bei dem Sitze zersplittern und Kniegelenke brechen.
  2. Unvergessliche Antagonisten:
    • „Hammer Girl“: Eine schweigende Killerin, die U-Bahn-Fenster mit ihrem Werkzeug zertrümmert.
    • „Baseball Bat Man“: Ein psychopathischer Schläger, der Knochen wie Streichhölzer knackt.
    • „The Assassin“: Ein stoischer Profi, dessen Klingen durch Fleisch gleiten wie Butter.
  3. Visuelle Gewalt-Poesie:
    Die Kamera zeigt jeden Schlag, jeden Blutstropfen, jeden gebrochenen Knochen – nicht als Effekthascherei, sondern als Teil einer düsteren Ästhetik. Slow-Motion hebt entscheidende Sekunden hervor: Ein Faustschlag ins Gesicht, ein Messer, das langsam in die Brust sinkt.
  4. Erweiterte Welt:
    Wo Teil 1 in einem Hochhaus spielte, öffnet Teil 2 das Panorama: Luxusvillen, Gefängnishöfe, Nachtclubs und Schneeschluchten. Jeder Ort wird zur Arena.

Schwächen

  • Überladene Handlung:
    Die Vielzahl an Gangstern, Intrigen und Nebenplots (Polizeikorruption, Familiendramen) überfordert stellenweise. Wer den ersten Film nicht kennt, verliert leicht den Faden.
  • Lange Laufzeit (148 Min.):
    Zwischen den Actionspektakeln ziehen sich Dialog-Szenen hin – besonders im ersten Drittel.
  • Emotionale Distanz:
    Ramas Motivation („Familie schützen“) wirkt schematisch. Die Figuren sind Werkzeuge für Action, keine tiefen Charaktere.

Fazit

The Raid 2 ist kein Film für schwache Nerven. Er ist ein kompromissloses Action-Statement, das Martial Arts auf ein neues Level hebt: als hyperrealistisches, blutiges Theater. Die Kampfchoreografien (von Iko Uwais und Yayan Ruhian) setzen Maßstäbe – gnadenlos, kreativ und atemberaubend inszeniert. Wer komplexe Storys sucht, wird enttäuscht. Wer Action als pure Körperkunst feiert, erlebt ein Meisterwerk.