The Girl on the Train (2016) – Ein rätselhafter Thriller mit düsterer Atmosphäre | Metascore 48

The Girl on the Train folgt Rachel, einer alkoholkranken Frau, deren Leben aus den Fugen geraten ist. Während ihrer täglichen Zugfahrten beobachtet sie ein scheinbar perfektes Paar – bis sie Zeugin eines schockierenden Ereignisses wird und in einen Kriminalfall verstrickt wird.

Handlung kurz erklärt

Rachel (Emily Blunt), geschieden und arbeitslos, fährt täglich mit dem Zug an ihrem früheren Zuhause vorbei. Dort leben nun ihr Ex-Mann Tom mit seiner neuen Frau Anna und deren Baby. Rachels Blick richtet sich auch auf das Nachbarspaar Megan und Scott, das sie idealisiert. Als Rachel eines Tages Megan in einer verdächtigen Situation sieht, konfrontiert sie sie – doch nach einem Blackout wacht sie blutverschmiert auf. Kurz darauf wird Megan vermisst gemeldet. Rachel, selbst unter Verdacht geraten, versucht sich an die Ereignisse zu erinnern und stößt dabei auf verstörende Familiengeheimnisse und Lügen.

Was den Film besonders macht

  1. Emily Blunts intensive Darstellung:
    Blunt spielt Rachel als gebrochene, von Alkohol und Schuldgefühlen gezeichnete Frau. Ihre körperliche Präsenz – schwankende Bewegungen, leerer Blick, unkontrollierte Emotionen – macht Rachels Verzweiflung greifbar, besonders in Szenen, in denen sie zwischen Realität und Alkoholnebel schwankt.
  2. Dreifache Perspektive:
    Der Film zeigt die Geschichte aus Sicht dreier Frauen: Rachels zerrüttete Realität, Annas ängstliche Alltagssorgen und Megans rätselhafte Doppelexistenz. Diese verwobenen Erzählstränge enthüllen nach und nach die Verbindungen zwischen ihnen.
  3. Düstere Atmosphäre:
    Graue Zugfahrten, neblige Vorstadtsiedlungen und klaustrophobische Innenräume schaffen eine beklemmende Stimmung. Die Kamera fängt Rachels Isolation ein – etwa wenn sie hinter Zugfenstern wie eine Gefangene wirkt.
  4. Thema der Selbsttäuschung:
    Rachels Fantasien über das „perfekte Paar“ spiegeln ihre Sehnsucht nach Kontrolle. Der Film untersucht, wie Erinnerungen – besonders durch Alkohol getrübt – die Wahrheit verzerren können.

Schwächen

  • Schwierige Erzählstruktur:
    Die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel wirken stellenweise unübersichtlich. Wer das Buch nicht kennt, verliert leicht den Faden.
  • Unausgereiftes Finale:
    Die Auflösung des Falls wirkt überstürzt. Figuren wie der Psychiater Dr. Abdic oder Detective Riley bleiben unterentwickelt, ihre Motive unklar.
  • Emotionale Distanz:
    Abgesehen von Rachel wirken viele Figuren kühl oder klischeehaft. Toms manipulative Rolle wird erst spät erkennbar, was die Dynamik der Beziehungen schwer nachvollziehbar macht.

Fazit

The Girl on the Train ist ein düsterer Psychothriller, der durch Emily Blunts kraftvolle Performance und eine bedrückende Atmosphäre besticht. Die Geschichte über Selbstbetrug und toxische Beziehungen bleibt dank der nicht-linearen Erzählweise rätselhaft – was sowohl Spannung als auch Verwirrung erzeugt. Während das überhastete Finale und unterbeleuchtete Nebenfiguren schwächen, lohnt sich die Reise für Fans charaktergetriebener Dramen. Ein Film, der wie ein Zug durch die Nacht fährt: mal fesselnd, mal im Dunkeln tappend.