Spy (2015) – Spionage-Parodie mit Biss | Metascore 75

CIA-Analystin Susan Cooper tauscht ihr Kellerbüro gegen Undercover-Einsätze in Europa und entpuppt sich als unerwartete Actionheldin. Regisseur Paul Feig dekonstruiert Agentenklischees mit schwarzem Humor und lässt Melissa McCarthy in ihrer Paraderolle glänzen.

Handlung kurz erklärt

Susan Cooper (Melissa McCarthy) leitet Top-Agent Bradley Fine (Jude Law) per Funk durch Missionen. Als Fine von der Waffenhändlerin Rayna Boyanov (Rose Byrne) getötet wird und eine Atomwaffe verschwindet, geht Susan selbst ins Feld – zur Verblüffung ihres cholerischen Kollegen Rick Ford (Jason Statham). In Europa tarnt sie sich als harmlose Touristin, infiltriert Raynas Kreis und entdeckt verborgene Fähigkeiten: Sie knackt Safes, gewinnt Messerkämpfe und kontert Beleidigungen mit schlagfertigem Humor. Unterstützt von ihrer Freundin Nancy (Miranda Hart) und sabotiert von Ford, jagt Susan die Bombe durch glamouröse Partys und schäbige Verstecke.

Was den Film besonders macht

  1. Melissa McCarthys Wandlung:
    Vom unsichtbaren Hintergrund-Profi zur actiontauglichen Heldin. Ihr trotziges „Ich bin die CIA!“ in absurder Tarnkleidung dekonstruiert Agentenfilm-Klischees.
  2. Jason Stathams Selbstparodie:
    Als prahlender Agent Ford erzählt er unmögliche Heldentaten („Ich überlebte einen Granatwerfer, indem ich Wasser in Feuer verwandelte!“) und stolpert in jede Falle.
  3. Rose Byrnes Luxus-Bösewicht:
    Rayna kombiniert Diva-Allüren („Dein Outfit sieht aus wie Omas Couch!“) mit messerscharfem Sarkasmus.
  4. Slapstick mit Action-Mix:
    Küchenmesser-Duelle, explodierende Villen und peinliche Tarn-Gadgets (Ekel-Einmachgläser als Waffe) balancieren Humor und Spannung.

Schwächen

  • Länge und Tempo:
    Der Mittelteil zieht sich durch repetitive Dialoge über Raynas Pläne und Fords Selbstbeweihräucherung.
  • Tonale Sprünge:
    Splatterhafte Gewalt (Kopfschüsse) kollidiert mit albernen Gags (Ford, der auf ein Boot kotzt).
  • Unterentwickelte Nebenrollen:
    Jude Laws charmanter Agent Fine stirbt zu früh, Miranda Harts quirlige Nancy bleibt Klischee.

Fazit

Spy ist eine turbulente Genre-Parodie, die Actionklischees durch weibliche Perspektiven und Selbstironie sprengt. McCarthy und Statham liefern spielfreudige Performances, während Rose Byrne als eitle Schurkin stiehlt. Trotz Längen und teils drastischem Humor überzeugt der Film als unterhaltsame Alternative zu macholastigen Spionagethrillern – besonders wenn man Bond satt hat und Slapstick mit Biss sucht.