Deadpool (2016) – Rebellischer Spaß, der mehr kann als sein Metascore | Metascore 65

Ryan Reynolds als schnoddriger Antiheld Deadpool ist wie ein frischer Wind im überfüllten Superhelden-Kino. Der Film erzählt die Geschichte von Wade Wilson, einem ehemaligen Elitesoldaten, der nach einem brutalen Experiment übermenschliche Heilungskräfte entwickelt – und dafür mit entstellter Haut bezahlt. Aus Rache jagt er den Mann, der sein Leben zerstörte, dabei sprühen nicht nur Kugeln, sondern auch jede Menge schwarze Witze.

Was den Film für mich zum Hit macht:

  1. Ryan Reynolds als perfekter Deadpool: Seine Rolle scheint maßgeschneidert: schlagfertig, selbstironisch und gnadenlos charmant. Der ständige Bruch der vierten Wand (er quatscht direkt mit dem Publikum!) macht ihn zum unkonventionellen Erzähler seines eigenen Chaos.
  2. Action mit Augenzwinkern: Die Kampfszenen sind kreativ inszeniert – ob auf einer Autobahnbrücke oder im Schrottplatz. Hier wird nicht heroisch posiert, sondern mit Kettensären gedroht und zwischendurch über Liebeskummer gejammert.
  3. Der richtige Ton: Deadpool nimmt sich nie ernst. Ob er X-Men als „langweilige Sklaven“ verhöhnt oder sein eigenes Low-Budget-Logo ironisiert – der Film feiert seine eigene Dreistigkeit.
  4. Emotion unter der Maske: Überraschend berührend ist die Liebesgeschichte zu Vanessa (Morena Baccarin). Ihre Chemie gibt dem Chaos Herz und zeigt: Hinter der Fassade des Zynikers steckt ein Verletzlicher.

Warum der Metascore zu niedrig greift?

Klar, die Handlung ist simpel („Rache ist mein Hobby!“), und manche Witze zielen auf Klischees ab. Doch genau das ist die Stärke: Deadpool parodiert das Genre, statt ihm zu dienen. Wo andere Superhelden weltrettend pathetisch sind, bestiehlt Deadpool die Szene mit Charme und einer Prise Absurdität. Der Film weiß, was er ist – und liefert es mit Hingabe.

Kleinere Schwächen:

  • Der Bösewist Ajax ist eher blass und dient nur als Punching-Bag.
  • Einige Gags wiederholen sich („Haut wie Avocado?“).
  • Die Actionszenen nutzen zu viel Zeitlupe.

Unvergessliches Zitat:
„Das ist ein Superheldenfilm, aber wie von einem Kind erzählt, das ADHS hat.“ – Deadpool über sich selbst

Warum er mir deutlich besser gefiel als die Wertung?

Weil Kino auch einfach Spaß sein darf! Deadpool setzt auf Tempo, Witz und Herz statt auf CGI-Schlachten. Er beweist: Man muss nicht die Welt retten, um zu unterhalten – manchmal reicht es, das Publikum zum Lachen zu bringen und nebenbei ein paar Schurken zu verkloppen. Ein Film, der gegen alle Regeln rebelliert – und gerade deshalb gewinnt.


Warum du ihn sehen solltest: Wenn du Superhelden leid bist, aber Action liebst; wenn du lachen willst, ohne nachzudenken; wenn du Ryan Reynolds magst, der hier endlich seine Traumrolle lebt. 65 Punkte? Für mich ein klarer Fall von: Nicht gemessen, was wirklich zählt!