Bridesmaids (2011) – Chaos, Herz und Torte im Gesicht | Metascore 75

Annie steht mit ihrem Leben auf Kriegsfuß: Job verloren, WG mit komischen Zwillingen, Affäre mit einem reichen Arschloch. Als ihre beste Freundin Lillian heiratet, wird sie zur Chef-Bridesmaid – und stolpert in einen Strudel aus Eifersucht, peinlichen Katastrophen und unerwarteter Selbstfindung.

Handlung kurz erklärt

Annie (Kristen Wiig) soll für ihre beste Freundin Lillian (Maya Rudolph) die perfekte Hochzeit planen. Doch die reiche Helen (Rose Byrne) drängt sich als coole Rivalin in die Organisation. Von der desaströsen Brautjungfern-Anprobe über eine Lebensmittelvergiftung im edlen Brautmoden-Laden bis zum Chaos-Flug nach Vegas eskaliert alles. Annie verliert die Kontrolle, beleidigt die Gäste, zerstört die Torte – und riskiert sogar ihre Freundschaft. Am Ende rettet nicht Perfektion, sondern Ehrlichkeit: Annie gesteht ihr Scheitern, Lillian vergibt, und selbst Helen zeigt Herz.

Was den Film besonders macht

  1. Kristen Wiigs tragikomische Performance:
    Als Annie spielt Wiig die Balance zwischen Selbstzerstörung und Charme. Ihr verzweifeltes Lächeln beim Bewerbungsgespräch („Ich backe… irgendwas„) oder der nervöse Monolog auf der Brautparty zeigen gebrochenen Stolz mit Humor.
  2. Die Brautjungfern als Dreamteam:
    • Megan (Melissa McCarthy) als schlagfertige, kampfstarke Tante – „Ich pfeffere dir gleich meine Handschuhe ins Gesicht!“
    • Rita (Wendi McLendon-Covey) als frustrierte Mutter mit schmutzigen Witzen.
    • Becca (Ellie Kemper) als naive, blumenliebende Naivling.
      Jede bringt ihre eigene Chaos-Energie ein.
  3. Kultige Slapstick-Momente:
    Die Brautjungfern erbrechen sich reihenweise in einem Luxusladen. Annie zerstört eine Zucker-Torte mit dem Kopf. Megan jagt einen Fremden im Park („STOPP! Ich bin nicht schnell!“).
  4. Ehrliche Freundschaftsdynamik:
    Der Konflikt zwischen Annie und Helen ist keine Bösewicht-Story, sondern ein Ringen um Anerkennung. Die Versöhnungsszene im Regen („Du bist mein Mädchen!“) trifft emotional.

Schwächen

  • Überlänge:
    Mit 125 Minuten zieht sich der Mittelteil. Die Vegas-Reise hätte kürzer sein können.
  • Klischee-Männer:
    Annies Liebhaber Ted (Jon Hamm) ist ein reines Arschloch-Klischee. Der nette Verkehrspolizist Rhodes (Chris O’Dowd) bleibt unterentwickelt.
  • Helen als Karikatur:
    Ihre „perfekte“ Fassade wirkt oft zu übertrieben, um realistisch zu sein.

Fazit

Bridesmaids beweist, dass Frauenkomödien vulgär, herzzerreißend und komisch zugleich sein können – ohne Klischees zu bedienen. Der Film feiert unperfekte Freundschaften, peinliche Abstürze und die Einsicht, dass man im Chaos manchmal sich selbst findet. Wiig und McCarthys Energie tragen den Film durch schwächere Passagen. Ein moderner Komödienklassiker, der auch nach über 10 Jahren noch trifft: weil er Lachen und Tränen nicht trennt, sondern vereint.