Palm Springs (2020) – Frische Zeitschleifen-Romanze mit Biss | Metascore 83

Eine Hochzeit in der kalifornischen Wüste wird zum Schauplatz einer skurrilen Zeitschleife. Palm Springs verbindet Science-Fiction mit romantischer Komödie – und setzt dabei auf schwarzen Humor, überraschende Wendungen und zwei charismatische Hauptdarsteller.

Handlung kurz erklärt

Der abgeklärte Nyles (Andy Samberg) verbringt scheinbar unbekümmert die Hochzeit von Tale in Palm Springs. Tatsächlich steckt er jedoch seit unbestimmter Zeit in einer Zeitschleife fest und erlebt den Tag immer wieder. Als er die frustrierte Brautjungfer Sarah (Cristin Milioti) kennenlernt, zieht er sie versehentlich mit in den Loop. Während Nyles sich längst mit der Sinnlosigkeit seiner Existenz arrangiert hat, sucht Sarah verzweifelt nach einem Ausweg. Gemeinsam probieren sie absurde Lösungen aus – von Selbstmordversuchen bis zu physikalischen Experimenten – und entwickeln dabei unerwartete Gefühle füreinander.

Was den Film besonders macht

  1. Andy Samberg & Cristin Miliotis Chemie:
    Samberg spielt den zynischen Dauer-Looper mit lässiger Coolness, während Milioti als anfangs panische Sarah mit messerscharfem Sarkasmus glänzt. Ihr Wechselspiel zwischen Frotzeleien und zarten Momenten trägt den Film.
  2. Innovative Zeitschleifen-Dynamik:
    Anders als in Und täglich grüßt das Murmeltier sind hier zwei Personen gemeinsam gefangen. Diese Konstellation schafft neue Konflikte: Sollen sie die Zeit genießen oder kämpfen? Darf Liebe in einer endlosen Wiederholung existieren?
  3. Schwarzer Humor mit Tiefgang:
    Der Film nutzt die Absurdität der Situation für bissige Gags: Nyles‘ lässiges Wegtrinken existenzieller Krisen, Sarahs verzweifelte Suizidversuche („Nur sicherstellen, dass es klappt!“) oder ein tanzender J.K. Simmons im Glitzerhemd.
  4. Überraschend romantische Momente:
    Mitten im Chaos entsteht eine unkonventionelle Liebesgeschichte. Szenen wie ein nächtlicher Ausflug zu historischen Riesen oder ein Pool-Duett unter Sternen zeigen, wie Poesie in der Zeitfalle gedeiht.

Schwächen

  • Unterentwickelte Nebenfiguren:
    Die Hochzeitsgäste – darunter Sarahs Schwester Tale (Camila Mendes) oder Nyles‘ Freundin Misty (Meredith Hagner) – bleiben Kulisse. Ihre Potenziale werden nicht ausgeschöpft.
  • Logiklücken im Mythos:
    Die magisch-wissenschaftliche Erklärung der Zeitschleife (eine rötlich flackernde Höhle) wirkt willkürlich. Auch das Ende löst das Rätsel eher symbolisch als plausibel.
  • Extreme Lösungsversuche:
    Szenen wie der Frontalcrash mit einem Sattelschlepper könnten für manche Zuschauer zu drastisch wirken.

Fazit

Palm Springs ist eine erfrischende Variante des Zeitschleifen-Genres, die Klischees durch Doppeldynamik und schrägen Humor bricht. Die herausragende Chemie der Hauptdarsteller und der Wechsel zwischen Slapstick und Melancholie machen den Film zu einem unterhaltsamen Gedankenspiel über Zeit, Sinn und ungeplante Verbindungen. Wer Rom-Coms mit Ecken und Kanten mag, findet hier eine überraschend intelligente Sommerunterhaltung – perfekt für einen entspannten Streaming-Abend.