Booksmart (2019) – Chaos, Charme und eine legendäre Nacht | Metascore 84

Booksmart folgt zwei strebsamen Highschool-Bestenfreundinnen, die am Vorabend ihres Abschlusses beschließen: Vier Jahre verpasste Partys müssen in einer Nacht nachgeholt werden. Regisseurin Olivia Wilde inszeniert eine turbulente Komödie voller Energie, Herz und überraschender Wendungen.

Handlung kurz erklärt

Molly und Amy – Musterschülerinnen mit Top-Uni-Zulassungen – entdecken am letzten Schultag, dass ihre feierwütigen Mitschüler ebenfalls eliteunis erreichten. Enttäuscht über ihre „verlorene“ Jugend beschließen sie, zur legendären Abschlussparty von Nick zu gelangen. Doch ihr Plan gerät außer Kontrolle:

  • Sie landen bei einer falschen Yacht-Party,
  • verlieren ihr Handy an rätselhafte Reiche,
  • müssen sich durch peinliche Begegnungen kämpfen (inklusive Amys ungewollter Annäherung an ihre Lehrerin),
  • und erleben einen psychedelischen Drogentrip als Puppen.
    Ihre nächtliche Odyssee endet am Pool von Nicks Party – wo sie nicht nur feiern, sondern auch ihre Freundschaft und Vorurteile überprüfen müssen.

Was den Film besonders macht

  1. Authentische Freundschafts-Chemie:
    Molly (extrovertiert, ehrgeizig) und Amy (introvertiert, idealistisch) ergänzen sich perfekt. Ihre Dialoge sprühen vor Witz und Vertrautheit – vom synchronen Morgentanz bis zum Codewort „Malala!“ bei Notlagen.
  2. Skurrile Nebenfiguren:
    • Gigi: Taucht wie ein Geist bei jeder Party auf und wirft Sätze wie „Mein Dad ist Yacht-Kapitän – und Kriegsverbrecher!“
    • Jared: Der vermeintlich oberflächliche Reiche entpuppt sich als sensibler Junge.
    • Miss Fine: Die Lehrerin, die mit einem Schüler flirtet – und später deren Fluchtauto fährt.
  3. Frische Regie-Ideen:
    • Ein Streit wird durch ein Handy-Display gefilmt.
    • Eine Verfolgungsjagd durch die Schule fühlt sich wie ein Actionfilm an.
    • Der Puppen-Trip bricht realistisch in surrealen Humor.
  4. Inklusion ohne Effekthascherei:
    Amy ist lesbisch, doch ihr Coming-out ist kein Drama – ihre Eltern unterstützen sie mit unbeholfenen Buttons. Der Film zeigt Diversität als Selbstverständlichkeit.

Schwächen

  • Tonaler Wechsel:
    Slapstick-Szenen (z. B. Amy stolpert in eine Lehrerin) kollidieren mit ernsten Themen wie Einsamkeit. Die Puppensequenz wirkt wie aus einem anderen Film.
  • Vorhersehbare Wendungen:
    Dass auch „Party-Typen“ klug sind, ist die Grundidee – aber Enthüllungen wie „Der Kiffer arbeitet bei Google!“ wirken erzwungen.
  • Logiklücken:
    Wie findet Gigi jede Party? Warum hat niemand die Adresse von Nicks Tante? Der Plot opfert Logik für Tempo.

Fazit

Booksmart ist eine liebevolle Hommage an Teenager-Freundschaften und die Chaosnächte, die sie prägen. Er vermeidet Gemeinheiten und Klischees, setzt stattdessen auf Witz und Herz. Die energiegeladene Inszenierung und die charismatischen Darsteller machen ihn zu einer der erfrischendsten Highschool-Komödien der letzten Jahre – auch wenn nicht jeder Gag trifft.