John Wick ist einer dieser Filme, die man nicht überbewerten sollte – aber definitiv auch nicht unterschätzen darf. Während der Metascore bei 68 liegt, gebe ich ihm stolze 87 Punkte. Warum? Weil dieser Film genau das liefert, was Actionfans suchen: klare Kante, stylische Gewalt und eine Ikone, die zurück auf die Leinwand gehört.
Die Story: Einfach, aber effektiv
John Wick (Keanu Reeves) trauert um seine verstorbene Frau. Ihr letztes Geschenk an ihn: ein süßer Beagle namens Daisy. Doch als russische Gangster in sein Haus einbrechen, sein Auto klauen und den Hund töten, erwacht in Wick der alte Killerinstinkt. Was folgt, ist eine blutige Rachetour durch die New Yorker Unterwelt.
Klingt simpel? Ist es auch. Aber genau darin liegt die Stärke. Der Film verschwendet keine Zeit mit komplizierten Plots oder moralischen Diskussionen. Er konzentriert sich auf das Wesentliche: Action, Stil und den perfekten Antihelden.
Was den Film so stark macht:
- Keanu Reeves in Topform: Reeves spielt den stoischen Killer mit einer Mischung aus Trauer und tödlicher Präzision. Sein leeres Starren, seine knappen Bewegungen – das ist nicht schlechtes Schauspiel, sondern perfektes Underacting für diese Rolle. Er ist John Wick: ein Mann der Tat, nicht der Worte.
- Action wie Ballett: Die Regisseure Chad Stahelski und David Leitch (beide Stunt-Experten) setzen auf lange, durchchoreografierte Takes. Kein wackelnder Kamera-Wahnsinn, keine Schnittorgien. Du siehst jeden Schlag, jeden Schuss, jede elegante Drehung. Besonders die Club-Szene („Red Circle“) ist ein Höhepunkt: Neonlicht, tanzende Massen und Wick, der sich durch Dutzende Gegner schießt.
- Eine Welt mit eigenen Regeln: Das „Continental“-Hotel, in dem Killer residieren, aber keine Geschäfte machen dürfen. Goldmünzen als Währung für Waffen oder Leichenbeseitigung. Diese Details schaffen eine eigene, faszinierende Unterwelt – fast wie ein Comic zum Leben erweckt.
- Visueller Stil mit Biss: Die Bilder wirken wie ein modernes Noir: Regennasse Straßen, kühle Grautöne in Wicks Haus, knalliges Neon in Clubs. Sogar die Gewalt ist „schön“ inszeniert – nicht brutal-realistisch, sondern wie ein kunstvolles Spektakel.
Wo es hakt – aber nicht stört:
- Handlung? Dünn! Ja, die Story ist simpel. Aber sie dient nur als Fahrstuhl für die Action. Wer Tiefgang sucht, ist hier falsch.
- Charaktere? Klischeehaft! Der böse Russe (Michael Nyqvist), der arrogante Sohn (Alfie Allen), die skrupellose Killerin (Adrianne Palicki) – sie alle sind wandelnde Klischees. Doch sie spielen sie mit so viel Charme, dass man es ihnen verzeiht.
Warum 87/100?
John Wick hat die Actionwelt verändert. Er beweist:
- Praktische Effekte schlagen CGI: Die Stunts fühlen sich echt an, weil sie es sind.
- Stil ist Substanz: Die Welt des Films ist so detailreich, dass sie drei Fortsetzungen und ein Spin-off trug.
- Keanu’s Comeback: Nach Jahren mittelmäßiger Rollen ist Reeves hier wieder der King of Cool.
John Wick ist kein Kunstfilm. Er ist ein knallhartes, stylisches Actionfest, das Genre-Fans lieben werden. Keine philosophischen Tiefen, keine komplizierten Twists – nur ein Mann, seine Wut und die perfekte Rache. Dafür gibt’s von mir 87/100.